Neues Christian Doppler Labor

Das neue Christian Doppler Labor für Einschlussmetallurgie in der modernen Stahlherstellung wurde am 17. November 2021 an der Montanuniversität Leoben eröffnet. Geleitet wird das neue Labor von Assoz.Prof. Dr. Susanne Michelic vom Lehrstuhl für Eisen- und Stahlmetallurgie.

Bei der Eröffnung des neuen CD-Labors v.l.: Dr. Gerald Klösch (voestalpine), Univ.-Prof. Dr. Thomas Prohaska, Rektor Wilfried Eichlseder, Assoz.Prof. Dr. Susanne Michelic, Bürgermeister Kurt Wallner, MR Dr. Ulrike Unterer, Vizepräsidentin der Christian Doppler Forschungsgesellschaft, Univ.-Prof. Dr. Johannes Schenk (Copyright: Foto Freisinger)

Bei der Eröffnung des neuen CD-Labors v.l.: Dr. Gerald Klösch (voestalpine), Univ.-Prof. Dr. Thomas Prohaska, Rektor Wilfried Eichlseder, Assoz.Prof. Dr. Susanne Michelic, Bürgermeister Kurt Wallner, MR Dr. Ulrike Unterer, Vizepräsidentin der Christian Doppler Forschungsgesellschaft, Univ.-Prof. Dr. Johannes Schenk (Copyright: Foto Freisinger)

Wirtschaftsministerium fördert innovative Stahlerzeugung

Klimawandel, Digitalisierung und Globalisierung stellen auch die Stahlproduktion vor neue Herausforderungen. Es werden nicht nur neue Wege der Rohstahlerzeugung gesucht, auch die finale Stahlqualität ist bedingt durch die teils sehr hohen Beanspruchungen von Stählen in verschiedenen Anwendungsbereichen sowie die Konkurrenz mit anderen Werkstoffen von zentraler Bedeutung. Das Bundesministerium für Digitalisierung und Wirtschaftsstandort (BMDW) fördert das Vorhaben, die Prozesse in der Stahlerzeugung zu verbessern.

„Stahl ist unverzichtbar“, betont Wirtschaftsministerin Dr. Margarete Schramböck. „Nicht nur auf Baustellen und für Autos, sondern auch in unserem Alltag. Jährlich werden weltweit rund 230 Kilogramm. Stahl pro Kopf verbraucht. Deshalb ist es so wichtig, die Produktion von Stahl umweltfreundlicher und klimaschonender zu machen. Unsere Betriebe sind damit weltweit Vorreiter. Dieses Labor leistet dazu einen wichtigen Beitrag und stärkt gleichzeitig den Industriestandort Österreich.“

Produkte und Prozesse nachhaltig verbessern

Trotz der kontinuierlichen Begleitung der Produktentwicklung durch innovative anlagen- und verfahrenstechnische Lösungen stehen Stahlhersteller heute weiterhin vor der Aufgabe, sowohl Produkte als auch Prozesse nachhaltig zu verbessern.
Im Zuge der Stahlherstellung ist die Bildung von sogenannten nichtmetallischen Ein-schlüssen (NME) – vereinfacht als Verunreinigungen im Stahl beschreibbar – unvermeidbar. Diese wirken sich in der Regel negativ auf die finalen Materialeigenschaften aus. Das Forschungsgebiet Einschlussmetallurgie beschäftigt sich mit verschiedenen Aspekten hinsichtlich Bildung, Entwicklung, Abscheidung und Charakterisierung von NME.
„Die übergeordnete Idee dieses CD-Labors besteht darin, den Bogen von der Entstehung der Einschlüsse über deren Wechselwirkung und Reaktionen in unterschiedlichen Prozessstufen bis hin zur konkreten Auswirkung auf die Produkteigenschaften zu spannen“, erläutert Assoz.Prof. Dr. Susanne Michelic. Einen Schwerpunkt bildet die Weiterentwicklung von Methoden der Einschlussanalyse unter Einbeziehung von maschinellem Lernen. Spezielles Augenmerk liegt zudem auf der Rolle von Alkalielementen und Seltenen Erden hinsichtlich einer Beeinflussung der Einschlussentwicklung. „Ein neuer Ansatz für die Einschlussverfolgung über den Herstellungsprozess soll durch den Einsatz von natürlichen Isotopen bzw. speziell angeregten stabilen Isotopen erprobt werden“, skizziert Michelic ihre Vorhaben. Im CD-Labor arbeiten neben einem Post-Doc derzeit zwei Doktorand*innen und drei Masterstudenten an ihren wissenschaftlichen Abschlussarbeiten.

Projektpartner

Partner im neuen CD-Labor sind drei führende österreichische Unternehmen des voestalpine Konzerns: voestalpine Stahl GmbH, voestalpine Stahl Donawitz GmbH sowie voestalpine Böhler Edelstahl GmbH & Co KG. Eine wissenschaftliche Kooperation besteht mit dem Lehrstuhl für Allgemeine und Analytische Chemie, ebenfalls an der Montanuniversität.

Christian Doppler Labors

In Christian Doppler Labors wird anwendungsorientierte Grundlagenforschung auf hohem Niveau betrieben, hervorragende Wissenschafter*innen kooperieren dazu mit innovativen Unternehmen. Für die Förderung dieser Zusammenarbeit gilt die Christian Doppler Forschungsgesellschaft international als Best-Practice-Beispiel.

Christian Doppler Labors werden von der öffentlichen Hand und den beteiligten Unternehmen gemeinsam finanziert. Wichtigster öffentlicher Fördergeber ist das Bundesministerium für Digitalisierung und Wirtschaftsstandort (BMDW).

Link zum Podcast: https://commulity.unileoben.ac.at/detail/dem-stahl-auf-der-spur

 

Weitere Informationen

Assoz.Prof. Dr. Susanne Michelic
Lehrstuhl für Eisen- und Stahlmetallurgie, Montanuniversität Leoben
Tel.: 03842/402 2214
E-Mail: susanne.michelic(at)unileoben.ac.at