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ÖBB investieren in eine moderne Südbahnstrecke – Montanuniversität als Forschungspartner

Über 11 Mrd. Euro fließen in den nächsten Jahren in die Südbahnstrecke. Das Herzstück der Baltisch Adriatischen Achse wird bis 2025 fertig gestellt sein und wichtige Standortvorteile für den Süden Österreichs bieten.

(Graz, 8.11.2013) – In den nächsten Jahren wird die Südbahnstrecke als Teil der Baltisch Adriatischen Achse auf den modernsten Stand gebracht. Einerseits wird die Leistungsfähigkeit erhöht und andererseits die Geschwindigkeit für den Personenverkehr angehoben. Das bedeutet nicht nur die Stärkung des Südens sondern vor allem die Schaffung eines wichtigen Standortvorteils. Schon während der Bauzeit werden wichtige Arbeitsplatzeffekte generiert, die später beim Vollbetrieb noch verstärkt werden.

„Der Ausbau der internationalen Bahnachsen hat für uns oberste Priorität“, stellt Vorstandsdirektor Franz Bauer von der ÖBB-Infrastruktur AG fest. „Nach der Weststrecke konzentrieren wir uns jetzt vor allem auf den Süden Österreichs. Eine ganze Reihe von Projekten wurde bereits gestartet. Bis 2025 investieren wir knapp über 11 Mrd. Euro in die Attraktivierung des für uns so wichtigen Korridors.“

Auch Univ. Prof. Robert Galler unterstreicht die Bedeutung der Bahnstrecke in den Süden und erläutert die Kooperation mit der ÖBB-Infrastruktur AG: „Bereits im Jahre 2012 haben wir ein gemeinsames Forschungsprojekt ins Leben gerufen, aus dem mittlerweile bahnbrechende Erkenntnisse für eine Optimierung des automatisierten Tunnelvortriebes gewonnen werden konnten. Zusätzlich ergeben sich durch die Kooperation auch neue Forschungsfelder, die bereits eine europäische Dimension erreicht haben – ich denke hier konkret an das Tunnelausbruchsmaterial, das zum Großteil wertvolle mineralische Rohstoffe beinhaltet!, so Galler.

Zukunftsprojekte nicht nur für Südösterreich
Beginnend vom Wiener Hauptbahnhof, der 2015 seinen Vollbetrieb aufnimmt, entstehen in den nächsten Jahren weitere wichtige Schlüsselprojekte, die die Leistungsfähigkeit der Südachse erhöhen werden. „Für die Steiermark besonders wichtig sind dabei die Errichtung des neuen Semmering-Basistunnels, der Koralmbahn und nicht zuletzt der Ausbau des Grazer Hauptbahnhofs zur mulitifunktionalen Mobilitätsplattform“, erklärt Bauer. „Während die Bauarbeiten auf der Koralmbahn schon voll im Laufen sind, starten im kommenden Jahr bereits die ersten Vortriebsarbeiten für den Semmering-Basistunnel. Vom Fröschnitzgraben aus, wo derzeit umfangreiche Vorarbeiten stattfinden, wird ein Schacht angelegt, wo dann rund 450 m unter Tage der Hauptvortrieb der beiden Tunnelröhren in beiden Richtungen erfolgt. Über zwei weitere Tunnelbaulose, die in den Jahren 2015/16 in Angriff genommen werden, wird bis Ende 2024 das 27,3 km lange Tunnelbauwerk entstehen.“

Drittes Hauptbaulos des Koralmtunnels seit Montag im Bau
„Seit Montag dieser Woche ist der Bau des Koralmtunnels voll im Gang“, so Bauer. „Nach den ersten beiden Hauptbaulosen in der Steiermark laufen nun auch die Tunnelbauarbeiten in Kärnten an.“ Bereits im Jänner des kommenden Jahres ist der erste Abschlag in der Südröhre geplant. Die beiden Tunnelvortriebsmaschinen in der Steiermark liefern tägliche Höchstleistungen von bis zu 40 m. Am 4. November 2013 haben die Vortriebslängen in der Südröhre 9.303,6 m und in der Nordröhre 8.093,5 m. In Kärnten startet der maschinelle Tunnelvortrieb in der Nordröhre zum Jahreswechsel 2014/2015. Die Koralmbahn ist bereits auf einer Gesamtlänge von 85 km im Bau oder im Teilbetrieb. Bauer: „Schon im ersten Betriebsjahr konnte im Streckenabschnitt Wettmannstätten – Graz ein Zuwachs von über 300.000 Fahrgästen erreicht werden. Die Inbetriebnahme der Gesamtstrecke ist für 2023 vorgesehen.

Graz Hauptbahnhof: Größte Verkehrsdrehscheibe im Süden Österreichs
Nach der Errichtung der Nahverkehrsdrehscheibe im Vorjahr laufen die Bauarbeiten für die neue Eisenbahnverkehrsstation auf Hochtouren. Zusätzlich zu neuen Gleisen und Bahnsteigen wurde auch ein neuer Personentunnel im Norden errichtet, der den Stadtteil Eggenberg direkt mit dem Grazer Hauptbahnhof verbindet. In den ersten Grundstrukturen ist auch die wellenförmige neue Bahnhofshalle, die sich über die Gleise spannt, zu sehen. „Mit der Gesamtfertigstellung des Grazer Hauptbahnhofes im Jahr 2015 wird die volle Leistungsfähigkeit mit der Verknüpfung von Bahn, Bim und Bus wirksam“, so Bauer. „Aber auch andere Bahnhöfe in der Steiermark wurden auf den neuesten Stand gebracht. Zum Beispiel wurde heuer im August der neue Bahnhof von Bruck an der Mur den Fahrgästen übergeben.“

Infrastrukturoffensive für noch mehr Bahn
Mit Investitionen von 327 Mio. Euro allein im heurigen Jahr für Instandhaltungs-, Neu- und Ausbauprojekte sind die ÖBB einer der größten Investoren in der Steiermark. „Auch in den nächsten Jahren sind ähnlich hohe Summen vorgesehen“, erläutert Bauer. „Gemeinsam mit dem Land Steiermark haben wir heuer auch eine Park & Ride Offensive gestartet. Nicht weniger als 17 Anlagen mit rund 1.600 PKW-Stellplätzen werden über 8 Mio. Euro investiert. Die Kosten dafür tragen ÖBB und Land je zur Hälfte.“ Die große Anzahl an zusätzlichen Stellplätzen ermöglicht die weitere verstärkte Nutzung der Bahn.

Zusätzliche Arbeitsplätze und hohe regionale Wertschöpfung
Am Beispiel der Koralmbahn ist die hohe regionale Wertschöpfung der Infrastruktur-investitionen ablesbar. Bis zu 70 % der Investitionssumme wurden bislang durch regionale Unternehmungen durchgeführt; entweder als direkter Auftragnehmer oder als Subunternehmerleistung. Ein prominentes Beispiel dafür die die Kranbaufirma Künz aus Groß St. Florian“, so Bauer. „Vier spezielle Portalkräne mussten für die Baustelleneinrichtungsfläche für KAT 2 montiert werden. Durchschnittlich 20 Personen waren ein Jahr lang damit beschäftigt.“Die Investitionen in die Schieneninfrastruktur bedeuten moderne Verkehrswege für die Zukunft. „Mit unseren Initiativen schaffen wir gemeinsam mit Bund und Ländern bis 2025 eine Hochleistungsbahnachse, von der vor allem die Menschen und die Wirtschaft profitieren werden“, so Bauer abschließend.

ÖBB: Österreichs größter Mobilitätsdienstleister
Als umfassender Mobilitätsdienstleister sorgt der ÖBB-Konzern österreichweit für die umweltfreundliche Beförderung von Personen und Gütern. Die ÖBB gehören zu den pünktlichsten Bahnen Europas und bieten ihren Kunden die höchste Pünktlichkeit in der EU. Mit konzernweit 39.833 MitarbeiterInnen bei Bahn und Bus (davon 35.990 in Österreich, 3.843 im Ausland, zusätzlich 1.814 Lehrlinge) und Gesamterträgen von rd. 6,27 Mrd. EUR ist der ÖBB-Konzern ein wirtschaftlicher Impulsgeber des Landes. Strategische Leitgesellschaft des Konzerns ist die ÖBB-Holding AG.

Rückfragehinweis:
Ing. Christoph Posch 
ÖBB-Holding AG
Konzernkommunikation und -marketing
Pressesprecher Steiermark, Kärnten, Osttirol und südliches Burgenland
A – 9501 Villach, 10. Oktoberstraße Nr. 20
Tel.: ++43 (0) 4242 93000 3131
Fax.: ++43 (0) 4242 93000 3139
E-Mail: christoph.posch@oebb.at

Erhard Skupa
Pressesprecher Montanuniversität Leoben
Tel.: +43 3842 402 7220, +43 664 80 898 7220
E-Mail: erhard.skupa@unileoben.ac.at

Univ. Prof. Robert Galler und DI Franz Bauer (Generaldirektor ÖBB Infrastruktur AG)

Univ. Prof. Robert Galler und DI Franz Bauer (Generaldirektor ÖBB Infrastruktur AG)

Berg- und Hüttenmännische Monatshefte

Zeitschrift für Rohstoffe, Geotechnik, Metallurgie, Werkstoffe, Maschinen- und Anlagentechnik
Journal of Mining, Metallurgical, Materials, Geotechnical and Plant Engineering